Beschrifteter Umzugstransporter am Straßenrand

Unseriöse Umzugsfirmen erkennen

Leider gibt es in unserer Branche schwarze Schafe. Diese Warnsignale helfen Ihnen, sie zu erkennen, bevor Ihre Möbel auf deren Lkw stehen.

16. September 20263 Min. Lesezeit

Wir sind seit 2005 im Geschäft und haben in dieser Zeit einiges erlebt. Darunter auch Kunden, die zu uns kamen, nachdem ein anderer Anbieter ihre Möbel am Umzugstag erst gegen eine deutlich höhere Zahlung herausgeben wollte. Das sind Ausnahmen, aber sie kommen vor. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit lassen sie sich fast immer vermeiden.

1. Der Preis ist zu schön, um wahr zu sein

„Umzug komplett ab 199 Euro" oder „3 Mann mit Lkw für 69 Euro die Stunde": Solche Angebote finden sich häufig in Kleinanzeigen und auf Vermittlungsportalen. Rechnen Sie nach. Drei Mitarbeiter, ein Lkw, Kraftstoff, Versicherung und Steuern lassen sich zu solchen Preisen nicht seriös bezahlen. Entweder wird an Löhnen und Versicherung gespart, oder der Preis steigt am Umzugstag.

2. Es gibt keine Besichtigung, aber einen Festpreis

Ein verbindlicher Festpreis für eine Dreizimmerwohnung nach einem zweiminütigen Telefonat? Das funktioniert nicht. Entweder ist der Preis großzügig aufgeschlagen, oder im Kleingedruckten steht, dass er nur unter bestimmten Bedingungen gilt. Seriöse Firmen schauen sich größere Umzüge vorher an, vor Ort oder per Video.

3. Kein Impressum oder nur eine Handynummer

Eine echte Firma hat eine Anschrift, eine verantwortliche Person und ist im Streitfall greifbar. Wenn die Website kein vollständiges Impressum hat, die Adresse ein Briefkasten ist oder nur eine Handynummer angegeben wird, sollten Sie vorsichtig sein. Schauen Sie sich die Adresse ruhig in Google Maps an. Sitzt dort wirklich ein Betrieb mit Fahrzeugen?

4. Es soll vorab bar bezahlt werden

Eine kleine Anzahlung für große Umzüge oder Fernumzüge kann in Ordnung sein, wenn sie schriftlich vereinbart und quittiert wird. Wenn aber vorab ein großer Teil des Preises in bar verlangt wird, ohne Rechnung, ist Vorsicht angebracht. Ebenso, wenn ausschließlich Barzahlung akzeptiert wird.

Gestapelte Umzugskartons in einem leeren Raum
Ein Umzug sollte mit Kartons am richtigen Platz enden, nicht mit einer Diskussion über den Preis.

5. Es gibt keinen schriftlichen Vertrag

Was nicht schriftlich vereinbart ist, lässt sich später schwer beweisen. Ein seriöses Angebot listet alle Leistungen auf, nennt den Preis inklusive Mehrwertsteuer und enthält die Geschäftsbedingungen. Wenn Sie nur eine WhatsApp mit einem Betrag bekommen, fehlt die Grundlage für den Fall, dass etwas schiefgeht.

6. Druck und Zeitnot

„Das Angebot gilt nur heute" oder „Wenn Sie jetzt nicht zusagen, ist der Termin weg": Das sind klassische Verkaufstricks. Eine gute Umzugsfirma gibt Ihnen Zeit, das Angebot zu prüfen. Natürlich sind Termine begrenzt, aber niemand muss innerhalb von zehn Minuten unterschreiben.

7. Der Stundenzettel wird am Umzugstag erfunden

Bei Abrechnung nach Stunden passiert es immer wieder, dass Pausen, Anfahrt, Rückfahrt und das Tanken großzügig mitgezählt werden. Plötzlich stehen zehn Stunden auf dem Zettel, obwohl das Team nach sechs fertig war. Wenn Sie nach Stunden buchen, schreiben Sie Beginn, Pausen und Ende selbst mit. Noch besser: Sie vereinbaren einen Festpreis.

8. Möbel als Druckmittel

Das ist das schlimmste Szenario: Der Lkw ist beladen, und dann wird plötzlich mehr Geld verlangt, sonst werden die Möbel nicht ausgeladen. Unseriöse Firmen berufen sich dabei auf ihr Pfandrecht. Für berechtigte Forderungen gibt es das tatsächlich, für erfundene Zuschläge aber nicht. Wenn Ihnen das passiert, bleiben Sie ruhig, dokumentieren Sie alles mit Fotos und Videos, rufen Sie im Zweifel die Polizei und zahlen Sie höchstens unter ausdrücklichem Vorbehalt.

9. Fahrzeuge ohne Beschriftung, Mitarbeiter ohne Ansprechpartner

Ein unbeschrifteter Mietwagen und ein Team, das auf Nachfrage nicht sagen kann, für welche Firma es arbeitet, sind kein gutes Zeichen. Bei seriösen Firmen gibt es einen Teamleiter, der den Auftrag kennt und Ihr Ansprechpartner ist.

So schützen Sie sich

  • Holen Sie mehrere schriftliche Angebote ein, mit Besichtigung
  • Prüfen Sie Impressum, Anschrift und Bewertungen über einen längeren Zeitraum
  • Vereinbaren Sie möglichst einen Festpreis
  • Zahlen Sie per Überweisung nach dem Umzug oder gegen Quittung
  • Lassen Sie sich Versicherung und Haftung erklären
  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl, wenn etwas nicht stimmt

Warum wir das schreiben

Jeder Kunde, der mit einer unseriösen Firma schlechte Erfahrungen macht, vertraut danach allen Umzugsfirmen etwas weniger. Das schadet auch den vielen ehrlichen Betrieben, die ordentlich arbeiten, ihre Leute anständig bezahlen und Steuern zahlen. Deshalb sprechen wir offen darüber. Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Angebot seriös ist, dürfen Sie uns auch gern einfach fragen, selbst wenn Sie am Ende nicht mit uns umziehen.

Häufige Fragen

Darf eine Umzugsfirma meine Möbel zurückhalten, wenn ich nicht zahle?

Grundsätzlich hat ein Frachtführer ein Pfandrecht für seine berechtigten Forderungen. Unseriöse Firmen missbrauchen das, indem sie am Umzugstag plötzlich mehr verlangen. Gegen überhöhte Nachforderungen können Sie sich wehren. Rufen Sie im Zweifel die Polizei und zahlen Sie nur unter Vorbehalt.

Ist Barzahlung am Umzugstag unseriös?

Nicht automatisch, viele Kunden zahlen gern bar. Unseriös wird es, wenn ausschließlich Barzahlung möglich ist, keine ordentliche Rechnung ausgestellt wird oder schon vorher hohe Beträge in bar verlangt werden.

Wo kann ich prüfen, ob eine Umzugsfirma existiert?

Prüfen Sie Impressum, Anschrift und Handelsregister. Ein Blick auf die Adresse in Google Maps zeigt, ob dort tatsächlich ein Betrieb sitzt. Auch die Bewertungen über einen längeren Zeitraum geben Aufschluss.

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