Ja, wir sind eine Umzugsfirma, und ja, wir schreiben trotzdem darüber, wie man ohne uns umzieht. Weil es Umzüge gibt, bei denen das völlig sinnvoll ist. Die erste eigene Wohnung, ein WG-Zimmer, ein Umzug in die Nachbarstraße. Wer es gut plant, spart Geld. Wer es schlecht plant, hat am Ende einen langen Tag, schmerzende Knie und einen Kratzer im Esstisch.
Wann ein Umzug in Eigenregie Sinn ergibt
- Kleine Wohnung oder WG-Zimmer mit überschaubarer Einrichtung
- Kurze Strecke, etwa innerhalb von Worms oder ins Umland
- Erdgeschoss oder Aufzug an mindestens einer Adresse
- Genug zuverlässige Helfer, die auch wirklich kommen
- Keine Einbauküche und keine sehr schweren Einzelstücke
Wenn mehrere dieser Punkte nicht zutreffen, lohnt sich ein ehrlicher Vergleich. Oft ist eine Mischung die beste Lösung, dazu am Ende mehr.
Den richtigen Transporter wählen
Mit dem normalen Autoführerschein Klasse B dürfen Sie Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen fahren. Ein solcher Transporter fasst je nach Modell etwa 10 bis 20 Kubikmeter. Für eine Einzimmerwohnung reicht ein kleiner, für zwei bis drei Zimmer sollten Sie den größten nehmen, den es mit Klasse B gibt, oder zweimal fahren.
Achten Sie beim Mieten auf die Freikilometer, die Selbstbeteiligung bei Schäden und darauf, ob Sackkarre und Spanngurte dabei sind. Buchen Sie früh, an Monatsenden und Samstagen sind Transporter schnell weg. Und wer noch nie einen großen Transporter gefahren ist, sollte bedenken: Er ist höher, breiter und länger als ein Auto, und rückwärts einparken in einer engen Altstadtstraße ist eine Übung für sich.
Helfer organisieren
Die Faustregel: Für eine Zweizimmerwohnung braucht es mindestens vier kräftige Helfer, für drei Zimmer fünf bis sechs. Weniger geht, dauert aber deutlich länger. Fragen Sie lieber einen mehr als einen zu wenig, denn erfahrungsgemäß sagt am Morgen jemand ab.
Verteilen Sie Aufgaben vorher: Wer fährt? Wer baut ab? Wer bleibt in der neuen Wohnung und sagt, wo was hinkommt? Und denken Sie an Verpflegung. Kaffee am Morgen, etwas Ordentliches zu Mittag und kalte Getränke über den Tag sind das Mindeste.

Richtig packen und laden
Gepackt werden sollte alles am Vortag, nicht am Umzugsmorgen. Kartons nicht überfüllen, schwere Sachen in kleine Kartons, alles beschriften. Ausführliche Packtipps finden Sie in unserem Beitrag Umzug vorbereiten.
Beim Beladen gilt: Schwere und große Möbel zuerst, ganz nach vorne an die Fahrerkabine. Schränke stehend an die Wand, Matratzen und Spiegel aufrecht dazwischen. Die Lücken mit Kartons füllen, damit nichts rutschen kann. Alles mit Spanngurten sichern. Eine Ladung, die in der ersten Kurve verrutscht, ist der häufigste Grund für Schäden bei privaten Umzügen.
Wichtig für die Sicherheit: Ein Transporter darf nicht überladen werden. Bücherkartons und Waschmaschinen sind schwerer, als man denkt. Wer unsicher ist, fährt lieber zweimal.
Versicherung und Haftung
Hier liegt einer der größten Unterschiede zur Umzugsfirma. Wenn Freunde beim Umzug helfen, handelt es sich rechtlich meist um eine Gefälligkeit. Geht dabei etwas kaputt, haften sie oft nur eingeschränkt. Manche private Haftpflichtversicherungen decken solche Gefälligkeitsschäden ab, andere nicht. Auch bei Unfällen sind private Helfer nicht automatisch über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Ein kurzer Blick in die eigenen Versicherungsunterlagen vorher lohnt sich.
Beim Mietwagen sollten Sie die Selbstbeteiligung im Blick haben. Ein Kratzer an der Ladebordwand oder ein gestreifter Pfosten in der Tiefgarage kann schnell teuer werden.
Ehrliche Kostenrechnung
Eine Zweizimmerwohnung innerhalb von Worms, in Eigenregie umgezogen. Grob kalkuliert:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Transporter 3,5 t für einen Tag, inklusive Kilometer | 120 – 200 € |
| Kartons, Klebeband, Packpapier, Decken | 80 – 150 € |
| Verpflegung für Helfer | 80 – 150 € |
| Halteverbotszone, falls nötig | 100 – 180 € |
| Kleines Dankeschön für die Helfer | nach Gefühl |
Zusammen landet man oft bei 300 bis 600 Euro, dazu kommen ein bis zwei Tage eigene Zeit und die der Helfer. Eine Umzugsfirma kostet für dieselbe Wohnung meist 650 bis 1.100 Euro. Der Unterschied ist also da, aber oft kleiner, als viele denken. Mehr zu den Preisen lesen Sie im Beitrag Was kostet ein Umzug in Worms?
Der Mittelweg: Selbst machen, wo es geht
Viele unserer Kunden machen einen Teil selbst und geben einen Teil ab. Sie packen ihre Kartons selbst und lassen uns nur die schweren Möbel tragen. Oder sie fahren die Kartons mit dem eigenen Auto und buchen uns für Schrank, Sofa, Waschmaschine und Küche. Auch einzelne Leistungen wie eine Halteverbotszone, ein Möbellift oder ein Klaviertransport lassen sich einzeln buchen.
So bleibt der Umzug günstig, und die Teile, bei denen am ehesten etwas kaputtgeht oder sich jemand verhebt, liegen in erfahrenen Händen. Wenn Sie wissen möchten, was eine solche Kombination kosten würde, schreiben Sie uns oder nutzen Sie den Kostenrechner.



